Dresdner Shorttrack-Ass siegt beim Deutschland-Cup der Junioren und fährt zur WM
06.02.2012 | Artikel drucken

- DNN
Für die Dresdnerin Julia Block dürfte es ein Sieg mit bitterem Beigeschmack gewesen sein. In der Einzelkonkurrenz fuhr sie ihren Gegnerinnen über 500, 1000 und 1500 Meter auf und davon und stand am Ende als Wettkampfbeste ganz oben auf dem Treppchen. Platz zwei ging mit Elisabeth Witt ebenfalls an eine Dresdnerin. Das Sahnehäubchen jedoch blieb der Sportlerin vom EV Dresden verwehrt: Die Norm für die Junioren-WM in Melbourne in drei Wochen verfehlte sie deutlich.
Koffer packen heißt es dagegen für Christoph Schubert: Der Dresdner olte sich nicht nur wie seine Mannschaftskollegin Julia Block bei den Mädchen die Siege über 500, 1000 und 1500 Meter und damit die Gesamtwertung, sondern qualifizierte sich zusätzlich gemeinsam mit Joel Dufter (Inzell), Leon Kaufmann Ludwig (München) und Felix Spiegl (München) in der Staffel für die Junioren-WM vom 24. bis 26 Februar in Melbourne. Die WM-Norm von 4:16 Minuten schaffte das Quartett am Sonntag bravourös mit 4:12 Minuten.
Die Qualifikation für die Einzelwettbewerbe hatte Schubert dank guter Wettkampf- und Trainingsleistungen über die Saison hinweg bereits in der Tasche. Ihm gleich taten es Joel Dufter aus Inzell, der am Sonntag Zweiter in der Gesamtwertung der Junioren wurde, und Felix Spiegel aus München, der auf Platz fünf landete.
„Die Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht", kommentierte Junioren-Bundestrainer Miroslav Boyadzhiew gegenüber DNN-Online nach dem Wettbewerb. Allerdings habe man insbesondere in den Staffelwechseln noch Zehntel liegen gelassen, so der kritische Tenor des Coaches. „Unsere Sportler sind noch sehr jung, es fehlt ihnen an Erfahrung, daran wollen wir arbeiten."
Dazu wird das deutsche WM-Team in den kommenden Wochen viel Gelegenheit haben. Bereits am 18. Februar geht es für Christoph Schubert und seine Teamkollegen ins australische Melbourne. „Dort werden wir eine Woche lang trainieren und uns an die Verhältnisse gewöhnen", so Boyadzhiew. Für die Wettkämpfe rechnet sich der Bundestrainer durchaus Chancen für sein junges Team aus: „Ich denke, wir können es mindestens ins Viertelfinale schaffen." Im Staffelwettbewerb könne es mit etwas Glück sogar das Finale werden.
Für die jungen Shorttracker ist die Reise nach Melbourne ein großer Sprung nach vorne, in einer Sportart, die in Deutschland nach wie vor ein Nischendasein führt. Am Sonntag gab es jedenfalls Grund zu der Hoffnung, dass sich das bald ändert. Denn im Nachwuchsbereich tut sich einiges.



